Bildquelle: BDA Lüneburg

ÜBER ZWISCHENRÄUME REDEN in Lüneburg

Zweiter Teil der Architekturreihe zur Entwicklung der Stadt Lüneburg
24.11.2016,  Neues Museum Lüneburg

Lüneburg ist eine wachsende Stadt. Bis 2030 wird ein Bevölkerungswachstum von 75.000 auf bis zu 90.000 Einwohner prognostiziert. Grund genug, die bauliche Entwicklung Lüneburgs genauer zu betrachten und zu diskutieren.

Am 23.06.2016 fand die Auftaktveranstaltung „Über Zwischenräume reden“ statt, die am 24.11.2016 ihre Fortsetzung fand. Organisiert und eingeladen durch Carl-Peter von Mansberg, Architekt BDA, im Namen des Forums Baukultur Lüneburg e.V. und der BDA Bezirksgruppe Lüneburg, versammelten sich ca. 30 engagierte Bürger und Architekturinteressierte im Foyer des Neuen Museums Lüneburg.

Nach einleitenden Worten durch Herrn von Mansberg entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft Lüneburgs.

Anhand von Bildern wurde anschaulich die Diskrepanz zwischen dem ästhetisch bedeutsamen Kern der alten Hansestadt und dem ihn umlagernden Stadtraum dargestellt. Einem Stadtraum, der ein “beziehungsloses Gemisch von Wohnen, Produktion, Gewerbe, Märkten und anderem” vermittelt. Es gilt deren Zwischenräume verantwortungsbewusst zu füllen, um die Stadt als Nachbarschafts- und Kulturraum erlebbar zu machen, um Beheimatung zu schaffen.

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Foto: BDA Lüneburg

Leider gelingt das den Verantwortlichen nicht immer. Marktbeherrschende Kräfte verhindern eine ernsthafte Beschäftigung mit den vorhandenen Flächen. Ein hysterischer Wohnungsmarkt treibt Politik und Planer vor sich her.

Gibt es sie noch, die “schöne Stadt”? Wie kann der Zugriff auf die konfliktarmen Flächen am Rande der Stadt vermindert werden? Was ist ein identifikationsstiftender und empathischer Städtebau?

Die Forderung nach einem Stadtentwicklungskonzept eint viele Teilnehmer als zielführendes Instrument für eine zukunftsfähige Entwicklung Lüneburgs. Das Fehlen ebendieses zeigt sich im hilflosen Auseinandergehen des Stadtgebiets. Den politischen Willen für eine bewusste Stadtplanung zu generieren ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die Bürger, Architekten, Stadtplaner und Politiker gleichermaßen betrifft.

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Foto: BDA Lüneburg

Nach zwei Stunden intensiven Austauschs endete die Veranstaltung. Es zeigt sich, dass die Diskussion über Stadt aktueller denn je ist und nicht vor der eigenen Haustür endet. Hierzu bedarf es einer mündigen Gesellschaft, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der Stadt bewusst ist.

Frank Plesse, Architekt BDA, Lüneburg

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