Foto: Andreas Bormann

Erfolgreiche Kooperation

Ausstellungseröffnung des Österreichischen (ZV-) Bauherrenpreises in der Architekturabteilung der Leibniz Universität Hannover – Impressionen

Rund hundert Besucher lauschten interessiert den Worten des österreichischen Architekturkritikers Otto Kapfinger bei der Ausstellungseröffnung des “ZV-Bauherrenpreises ’14” Ende April im Foyer der Fakultät für Architektur und Landschaft der Uni Hannover. Prof. Zvonko Turkali hatte die Ausstellung nach Hannover geholt, der zweiten Station nach Wien, wie er in seiner Begrüßung sagte. Turkali war neben Otto Kapfinger und Marta Schreieck Mitglied der dreiköpfigen Jury, die sich im Herbst 2014 die 27 nominierten Projekte auf einer fünftägigen Architekturexkursion durch ganz Österreich angeschaut hatte, um dann die sieben Finalisten auszuzeichnen.

Mit einer Filmdokumentation der Juryreise begann die Ausstellungseröffnung. Anschließend dankte Prof. Turkali der Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs und dem BDA Niedersachsen für die Unterstützung. Für den BDA war es nach der Ausstellung “Aus allen Richtungen” des Arbeitskreises Junger Architektinnen und Architekten (AKJAA) im April 2014, die zweite Kooperation mit der Hannoveraner Architekturabteilung. Harald Kiefer, BDA Landesvorsitzender in Niedersachsen, schloss sich den Grußworten Turkalis an und berichtete auch von seinem Studienjahr in Wien Mitte der Achtziger Jahre und davon, dass Otto Kapfinger damals bereits die Architekturszene Österreichs geprägt habe.

Höhepunkt der Eröffnung war der Vortrag Kapfingers selbst. Zunächst erläuterte er kurz die Arbeit und Ziele der Zentralvereinigung (ZV) der Architektinnen und Architekten, die schon 1907 in Österreich gegründet wurde und mit dem Bund Deutscher Architekten (BDA) zu vergleichen ist, der 1903 gegründet wurde. Es folgte die Geschichte des ZV-Bauherrenpreises, der anlässlich des 50-jährigen Bestehens der ZV 1967 ins Leben gerufen wurde und jährlich vergeben wird. Dieser Preis honoriert Persönlichkeiten oder Personenkreise, die sich als Bauherr oder Auftraggeber und Mentor für die Baukultur in besonderer Weise verdient gemacht haben. Vergleichbar mit den BDA Landespreisen treffen die einzelnen ZV-Landesgruppen der österreichischen Bundesländer eine Vorauswahl. Diese regionalen Nominierungen werden dann von der Jury des Bauherrenpreises bereist.

Anschaulich schilderte Kapfinger die Besonderheiten seines Heimatlandes: von der Fläche ungefähr doppelt so groß wie Niedersachsen und mit einer ähnlichen Einwohnerzahl gibt es einen wesentlichen Unterschied zum norddeutschen Bundesland – die Topographie. Die Gebirgslandschaft der Alpen mit ihren oft unüberwindbaren Grenzen habe dazu geführt, dass die einzelnen Regionen eigene Bauformen und Bauweisen entwickelten. Die Zuschauer konnten Kapfingers  Architekturbegeisterung förmlich miterleben. So engagiert und lebendig sprach er von der österreichischen Architekturszene und den Bauten – ohne Diaschau. Die Ausstellungstafeln rund um das Auditorium reichten zur Illustration seines Vortrags. Die Ausstellung in Hannover läuft bis zum 12. Mai und geht dann zurück nach Österreich.

Susanne Kreykenbohm

Alle Fotos: Andreas Bormann, Braunschweig

 

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